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Eindringlicher Appell von Wasserverband, Kreis und Kommunen:

Bewusst, nachhaltig und sparsam mit dem Lebensmittel Trinkwasser umgehen

Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein (WVS), der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Stadt Biedenkopf weisen darauf hin, dass der Füllstand der für die Region wichtigen Talsperren weiterhin deutlich unter dem für diese Jahreszeit üblichen Niveau liegt. Deshalb bitten wir eindringlich um einen bewussten und sorgsamen Umgang mit Trinkwasser. Ein verantwortungsvoller Verbrauch helfe, die vorhandenen Ressourcen zu schonen und auf mögliche weitere Trockenperioden vorbereitet zu sein.

„Maßnahmen, die jeder umsetzen kann, sind die Vermeidung von unnötigem Wasserverbrauch im Haushalt, die Nutzung von Wassersparfunktionen an Armaturen und Geräten, das bewusste Gießen von Grünflächen, Sträuchern, Bäumen, Blumenbeeten und Zierpflanzen sowie Gärten. Dies sollte bestenfalls möglichst in den Morgen- oder Abendstunden – sparsam und bedarfsgerecht und vor allem mit Wasser aus der Regenwassertonne und nicht aus der Leitung – erfolgen“, heißt es in dem Aufruf. Und weiter:
"Auf das Befüllen von privaten Schwimmbecken und Pools sollte verzichtet werden, ausgenommen sind Kinderplanschbecken!"


Auch die Städte und Gemeinden planen, mit konkreten Maßnahmen Trinkwasser einzusparen: So soll auf das Betreiben von Springbrunnen und ähnlichem verzichtet und nur in begründetem Ausnahmefall Trinkwasser für Übungszwecke der Feuerwehren genutzt werden.
Überdies hat der WVS bereits Maßnahmen ergriffen, um den Wasservorrat in den Talsperren zu schonen und die Versorgung stabil zu halten. Dazu gehören die zeitweise Reduzierung der Pflichtabgaben aus den Talsperren, solange dies gewässerökologisch verträglich ist; die Prüfung der Möglichkeit, in den Wintermonaten zusätzliches Wasser aus weiteren Nebentälern der Obernautalsperre in die Talsperre zu leiten; die Steigerung der Aufbereitungsmengen der über das Kreisgebiet verteilten kleinen Gewinnungsanlagen; die volle Auslastung des Grundwasserwerks Siegtal und die Regenerierung zweier weiterer Gewinnungsanlagen im Verbandsgebiet.

Kreis und Wasserverband hatten bereits vor einigen Wochen darauf hingewiesen, dass die Wasserstände der Breitenbach- und der Obernautalsperre im März und April deutlich unter dem für diese Jahreszeit üblichen Niveau liegen. Ursache dafür sind die geringen Niederschlagsmengen im Jahr 2025. So wurden an der Obernautalsperre statt des langjährigen Durchschnitts von 1.041,1 mm lediglich 762,5 mm verzeichnet (-26,8 %). Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich an der Breitenbachtalsperre: Hier lag der Niederschlag im Jahr 2025 mit 857,2 mm ebenfalls deutlich unter dem langjährigen Mittel von 1.203,4 mm (-28,8 %).

Die Niederschläge der vergangenen Wochen konnten diese Defizite nicht ausgleichen. Zum einen blieben auch die Regenmengen im März und April 2026 deutlich hinter den Durchschnittswerten zurück. Zum anderen hat inzwischen die Vegetationsperiode eingesetzt. Dadurch wird ein erheblicher Teil des Niederschlags direkt von den Böden und Pflanzen aufgenommen und gelangt erst gar nicht in die Talsperren.

Aufgrund dessen steht die Trinkwasserversorgung auch in Siegen-Wittgenstein – wie in vielen weiteren Regionen in NRW und ganz Deutschland – aktuell unter erhöhtem Druck. Die Obernautalsperre ist derzeit noch zu 60 % gefüllt. Die Breitenbachtalsperre zu 70 %.

„Wir möchten transparent kommunizieren, wie sich die Situation entwickelt“, heißt es in einer gemeinsamen Veröffentlichung von Wasserverband, Kommunen und Kreis. „Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen von uns, Wasser nicht unnötig zu verschwenden. Der sorgsame Umgang mit der kostbaren Ressource ‚Trinkwasser‘ wird wegen der Auswirkungen des Klimawandels immer wichtiger. Um die Situation zu stabilisieren, bitten wir um einen bewussten, nachhaltigen und sparsamen Umgang mit dem Lebensmittel Trinkwasser. Jeder freiwillige Beitrag hilft, die vorhandenen Reserven zu schonen.“

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