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Bauleitplanung der Stadt Biedenkopf, Stadtteil Kernstadt

10.10.2019

Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 2 „Ludwigshütte“

Bekanntmachung der Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs.2 BauGB

(1) Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Biedenkopf hat am 26.09.2019 gemäß § 3 Abs.2 BauGB die Offenlage des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 2 „Ludwigshütte“ in der Kernstadt beschlossen.

(2) Der Geltungsbereich des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes ist der nachfolgenden Übersichtskarte 1 zu entnehmen und umfasst folgende Flurstücke in der Gemarkung Biedenkopf, Flur 20: Flurstücke 64/7 - 64/10, 64/23, 64/24, 163/11tlw., 163/12 tlw., 163/13 tlw., 163/14 und 163/15. Hinzu kommen externe Ausgleichsflächen in der Gemarkung Eckelshausen, Flur 1, Flurstück 2 und 3 (Übersichtskarte 2).

(3) Ziel des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes ist die Ausweisung eines Gewerbegebietes i.S.d. § 8 BauNVO. Die Fa. Scheld ist an die Stadt herangetreten, den Standort, der derzeit schon durch Lagernutzungen vorbelastet und erschlossen ist, bauplanungsrechtlich vorzubereiten und zu sichern. Der Flächennutzungsplan sieht bereits gewerbliche Bauflächen in diesem Bereich vor. Geplant ist die Errichtung von Hallen und Gebäuden sowie Lagerflächen für die Holzlagerung und Bearbeitung.
Neben der Ausweisung von Bauflächen wurden zum Entwurf des Bebauungsplanes Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft (Übersichtskarte 2) mit in die Planung aufgenommen, um den durch den Bebauungsplan vorbereiteten Eingriff in den Naturhaushalt zu kompensieren und auszugleichen.
  
(4) Gemäß § 2 Abs. 4 und § 2a BauGB muss eine Umweltprüfung durchgeführt werden, in der die voraussichtlich erheblichen Umwelteinwirkungen ermittelt und in einem Umweltbericht beschrieben und bewertet werden. Der Umweltbericht und die umweltrelevanten Informationen und Stellungnahmen werden ebenfalls öffentlich ausgelegt.

Die Unterrichtung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs.1 BauGB sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs.1 BauGB erfolgte gemäß den Vorgaben des BauGB und diente im Hinblick auf die Ermittlung des erforderlichen Umfangs und Detaillierungsgrades der Umweltprüfung nach § 2 Abs.4 BauGB.

Folgende Arten umweltbezogener Informationen liegen vor:

Umweltbericht mit integriertem landschaftspflegerischem Planungsbeitrag. Der Umweltbericht umfasst neben einem einleitenden Kapitel zu den Inhalten, Zielen und Festsetzungen des Bebauungsplanes, der Einordnung des Plangebietes und den in den einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festgelegten Zielen des Umweltschutzes, eine Beschreibung und Bewertung der voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen der Planung einschließlich der Maßnahmen zu ihrer Vermeidung, Verringerung bzw. ihrem Ausgleich. Die Betrachtung der umweltrelevanten Schutzgüter umfasst in § 1 Abs.6 Nr.7a-j BauGB:

• Boden und Wasser: Charakterisierung von Bodentypen und Bodeneigenschaften, Bodenfunktionsbewertung, Hinweise zur Nichtbetroffenheit von oberirdischen Gewässern sowie Lage außerhalb von Wasser- und Heilquellenschutzgebieten und Überschwemmungsgebieten. Bewertung der Planung im Hinblick auf den Eingriff in den Boden- und Wasserhaushalt.

• Klima und Luft: Beschreibung der klimatischen Bestandssituation sowie der Auswirkungen der Planung mit dem Ergebnis, dass durch die Planung keine erheblichen Eingriffswirkungen auf das Kleinklima der Umgebung zu erwarten sind und sich die kleinklimatischen Auswirkungen des Vorhabens durch Einschränkung der Verdunstung und einem Anstieg der Durchschnittstemperatur auf das Plangebiet selbst konzentrieren werden.

• Tiere und Pflanzen: Bestandsbeschreibung der Biotop- und Nutzungstypen, Eingriffsbewertung, Beschreibung des naturschutzrechtlichen Ausgleichs innerhalb des Plangebietes, artenschutzfachliche Bewertung entsprechend der Ergebnisse des Fachgutachtens mit Aufnahme eines Reptilienhabitats im Plangebiet, Verweise auf gesetzliche Regelungen zum Artenschutz.

• Biologische Vielfalt: Ausführungen zum Begriff der Biologischen Vielfalt und den allgemeinen Zielen ihrer Erhaltung. Feststellung, dass durch die Planung voraussichtlich nicht mit nachteiligen Wirkungen auf die biologische Vielfalt zu rechnen ist.

• Landschaft: Aufgrund der Größe und Lage des Plangebietes ist voraussichtlich nicht mit nachteiligen Wirkungen auf das Landschafts- bzw. Ortsbild zu rechnen.
  
• Natura-2000-Gebiete: Betroffenheit von Natura-2000-Gebieten ist nicht gegeben, Auswirkungen auf die Schutzziele der nächstgelegenen Schutzgebiete sind nicht zu erwarten. Die externe Ausgleichsfläche liegt im FFH-Gebiet Nr. 5017-305 Lahnhänge zwischen Biedenkopf und Marburg. Die Maßnahme ist mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde und HessenForst abgestimmt. Die geplante Initialbepflanzung steht den Maßnahmen- und Entwicklungszielen des FFH-Gebietes nicht entgegen.

• Sonstige Schutzgebiete: Betroffenheit von sonstigen Schutzgebieten (Naturschutzgebieten, geschützten Biotopen) ist nicht gegeben.

• Mensch, Gesundheit und Bevölkerung: Keine zusätzlichen negativen Auswirkungen des Plangebietes auf die angrenzenden Nutzungen (Gewerbe, Mischgebiet) zu erwarten. Beschreibung der Auswirkungen der Planung auf die Schutzgüter Wohnen und Siedlung sowie Erholung, mit dem Ergebnis, dass durch die bereits vorhandenen Vorbelastungen erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Kernstadt nicht zu erwarten sind. Feststellung, dass im Plangebiet keine nennenswerte Naherholungsfunktion besteht.

• Kultur- und sonstige Sachgüter: Hinweis auf gesetzliche Regelungen zum Umgang mit Bodendenkmälern sowie auf die vorhandene Einzelanlage angrenzend zum Plangebiet.

• Gebiete zur Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität: Hinweis, dass aus der Planung keine erheblichen Beeinträchtigungen hinsichtlich der bestehenden und zu erhaltenden bestmöglichen Luftqualität resultieren.

Hinzu kommt eine Eingriffs- und Ausgleichsplanung zu dem durch den Bebauungsplan bauplanungsrechtlich vorbereiteten Eingriff in Natur und Landschaft und dessen Ausgleich. Der Eingriff wird über die Aufnahme einer externen Ausgleichsfläche ausgeglichen. Ferner umfasst der Umweltbericht Angaben zu Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen der Planung, zur Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung bzw. Nichtdurchführung der Planung, zu den in Betracht kommenden anderweitigen Planungsmöglichkeiten sowie zur Überwachung der Umweltauswirkungen, die aufgrund des Bebauungsplans auftreten können.

Weitere umweltbezogene Informationen liegen vor: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag in Bezug auf Vögel, Fledermäuse und Reptilien.

Im Rahmen der Beteiligungsverfahren gemäß § 3 Abs.1 und § 4 Abs.1 BauGB sind umweltrelevante Stellungnahmen von Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange eingegangen. Wesentliche Sachverhalte werden zusammenfassend aufgeführt:

Hessen Mobil, Straßen- und Verkehrsmanagement Dillenburg (Schutzgut: Mensch, Gesundheit und Bevölkerung): Hinweise zur verkehrlichen Erschließung und zur Leistungsfähigkeit des Straßennetzes mit dem zu erwarteten Verkehrsaufkommen. Hinweise zur fußläufigen Erreichbarkeit, zur Bauverbots- und Baubeschränkungszone.

Kreisausschuss des LK Marburg-Biedenkopf (Schutzgut: Tiere und Pflanzen, Schutzgut Wasser): Hinweise zur Eingriffsregelung, zum Artenschutz (Zauneidechse und Schlingnatter) im Bereich des Bahndamms, Hinweise zur Verwertung von Niederschlagswasser. Hinweise zur Löschwasserversorgung des Plangebietes.

Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Kultur- und sonstige Sachgüter): Hinweise zum Einzelkulturdenkmal: Industrieanlage Ludwigshütte.

Regierungspräsidium Darmstadt, Kampfmittelräumdienst (Schutzgut: Boden): Hinweis auf das mögliche Vorhandensein von Kampfmitteln am Rande des Plangebietes sowie Hinweise zur Notwendigkeit des Sondierens der Fläche auf mögliche Kampfmittel.

RP Gießen, Obere Landesplanungsbehörde (Schutzgut: Mensch, Gesundheit und Bevölkerung und Schutzgut: Gebiete zur Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität): Hinweise zum Vorbehaltsgebiet für besondere Klimafunktionen mit Lage des Plangebietes im Bereich der Lahn-Aue.

RP Gießen, Oberirdische Gewässer, Hochwasserschutz (Schutzgut: Boden und Wasser): Lage außerhalb eines amtlich festgestellten Überschwemmungsgebiets. Teile der Fläche können bei einem extremen Hochwasserereignis mit dem Abfluss HQextrem überflutet werden.

RP Gießen, Industrielles Abwasser, wassergefährdende Stoffe, Grundwasserschadensfälle, Altlasten, Bodenschutz (Schutzgut: Boden und Wasser): Hinweise auf nachsorgenden und vorsorgenden Bodenschutz. Nach Erkenntnis des Dezernates liegen keine Altablagerungen und Altstandorte im Plangebiet. Die aufgelisteten Einträge in der Altflächendatei befinden sich angrenzend zum Plangebiet.

RP Gießen, Kommunale Abfallentsorgung (Schutzgut: Boden und Wasser): Hinweise zur Abfallentsorgungsanlage der Fa. Scheld in unmittelbarer Nähe zum Plangebiet sowie Hinweise zur Entsorgung von Bauabfällen.
  
RP Gießen, Immissionsschutz (Schutzgut: Mensch, Gesundheit und Bevölkerung): Keine immissionsschutzrechtlichen Bedenken, soweit die Einhaltung der gebietsabhängigen Immissionswerte der TA-Lärm aufgrund planbedingter Zusatzbelastungen zur Vorbelastung sichergestellt wird.

RP Gießen, Bergaufsicht (Schutzgut: Boden und Wasser): Hinweis auf Lage des Plangebietes im Gebiet eines erloschenen Bergwerksfeldes, in dem das Vorkommen von Erz nachgewiesen wurde.

RP Gießen, Obere Naturschutzbehörde (Schutzgut: Natura-2000-Gebiete): Hinweise auf Nichtbetroffenheit von Natura-2000-Gebieten.

Die Stellungnahmen werden zusammen mit der Umweltprüfung (Umweltbericht), in der die Aspekte der Kompensation und Regelungen nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und dem Hess. Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (HAGBNatSchG) behandelt sind, und den o.a. Umweltinformationen öffentlich ausgelegt.
  
(5) Gemäß § 3 Abs.2 BauGB (Beteiligung der Öffentlichkeit) liegen die Planentwürfe des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes einschließlich Begründung, Umweltbericht und den o.g. umweltrelevanten Stellungnahmen der Fachbehörden und die Artenschutzrechtliche Prüfung zu jedermanns Einsicht öffentlich in der Zeit vom

                                                                                       18.10.2019 – 19.11.2019

in der Stadtverwaltung Biedenkopf, Hainstr. 63, Fachbereich Bauen und Umwelt, Zimmer 227, während der allgemeinen Dienststunden zu jedermanns Einsicht öffentlich aus:

Montag                                           8.30 Uhr bis 12.30 Uhr und 14.00 bis 15.30 Uhr
Mittwoch                                        8.30 Uhr bis 12.30 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr
Dienstag, Donnerstag, Freitag    8.30 Uhr bis 12.30 Uhr

Jedermann hat in dieser Auslegungsfrist die Gelegenheit zur Information sowie zur Äußerung von Anregungen und Hinweisen schriftlich oder zu Protokoll.

(6) Gemäß § 4a Abs. 4 BauGB werden die Planunterlagen zusätzlich in das Internet eingestellt und können auf der Homepage der Stadt Biedenkopf eingesehen und heruntergeladen werden.

(7) Gemäß § 4b BauGB hat die Stadt Biedenkopf das Planungsbüro Holger Fischer aus 35435 Wettenberg mit der Durchführung des Verfahrens nach BauGB beauftragt.

(8) Es wird darauf hingewiesen, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan unberücksichtigt bleiben können.

Der Magistrat
der Stadt Biedenkopf
Im Auftrag:

gez. Thorsten Schmack
Fachbereichsleiter

Übersichtskarte 1
Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 2 „Ludwigshütte“, Kernstadt

Übersichtskarte 1

Übersichtskarte 2
Externe Ausgleichsfläche in der Gemarkung Eckelshausen, Flur 1, Flurstück 2 und 3 zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 2 „Ludwigshütte“, Kernstadt

Übersichtskarte 2

Magistrat der Stadt Biedenkopf

Rathaus
Hainstraße 63
35216 Biedenkopf

Vormittags
Montag bis Freitag: 8:30 - 12:30 Uhr

Nachmittags
Montag:     14:00 - 15:30 Uhr
Mittwoch:  14:00 - 18:00 Uhr

 

Tourist-Information

Hainstraße 63
35216 Biedenkopf

Vormittags
Montag bis Freitag: 9:00 - 12:00 Uhr

Nachmittags
Montag, Mittwoch und 
Donnerstag: 14:00 - 16:00 Uhr

 
 
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