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Das
Landgrafenschloss Biedenkopf wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts
von Heinrich III. zu Hessen-Marburg erbaut und zählt zu den bedeutenden
Kulturdenkmälern des Landes Hessen. Ausgrabung und dentrologische
Untersuchungen belegen, dass
es bereits mehrere Vorgängerbauten gab, die aus dem 12. und 13. Jahrhundert
stammen. Die ehemalige Burg war eine nach Westen vorgeschobene Grenzfestung
der hessisch-thüringischen Landgrafen. Das später errichtete
Schloss sollte als Witwensitz dienen, wurde aber von der landgräflichen
Familie nie bezogen, da diese ihren Wohnsitz im Schloss in Marburg
nahm.
Zwischen 1579 und 1842 diente das Schloss Biedenkopf - zweckentfremdet - als
Getreidespeicher, in dem die bäuerlichen Abgaben gelagert wurden. Nach der
Aufhebung der Leibeigenschaft in Hessen nutzte die städtische Verwaltung mit
einigen Privatunternehmern das Schloss als Lagerraum. Seit 1908 beherbergt
es das Hinterlandmuseum.
1988 musste das Schloss wegen dringend notwendiger
Sanierungsarbeiten geschlossen werden. Nach der Wiedereröffnung 1993
wurde der Innenausbau des Schlosses mit dem “Hessischen Denkmalschutzpreis”
ausgezeichnet. Heute führt ein bauhistorischer Rundgang, der die Besonderheiten
dieses Bauwerks erläutert, durch das gesamte Schloss. Die eindrucksvolle
Dachkonstruktion ist ein seltenes Dokument der Zimmermannskunst des 15.
Jahrhunderts.
Das Hinterlandmuseum im Landgrafenschloss Biedenkopf
wurde 1908 als Regionalmuseum unter der Leitung des Geschichts- und später
Schlossvereins eingerichtet, wobei große Teile der historischen
Sammlung vor allem den engagierten Tätigkeiten des Kaminfegers und Antiquitätenhändlers
Carl Pfeil (Biedenkopf) sowie Reitze Fischbach (Eckelshausen) zu verdanken sind.
Überregionale
Bedeutung erlangte das Museum vor allem durch seinen umfangreichen Trachtenbestand.
Da die Gegenstände während der Sanierung des Schlosses ausgelagert
werden mussten, konnten sie in dieser Zeit notwendigen Restaurierungsarbeiten
unterzogen werden. Die wertvollen Museumsstücke können nun, je
nach thematischem Zusammenhang, den Besuchern auf 700 m²
Ausstellungsfläche wieder zugänglich gemacht werden.
In verschiedenen Abteilungen wird die Regional- und Kulturgeschichte
des Hinterlandes präsentiert. Die Schwerpunkte der Ausstellung liegen
dabei auf Industrie-, Verkehrs-, Landwirtschafts- und Handwerksgeschichte
sowie auf Trachten-, Wohn- und Alltagskultur.
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